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Was ist Tierpsychologie und wann kann sie angewendet werden?

In den hoch entwickelten westlichen Gesellschaften ist es unüblich geworden, Problemtiere einfach abzuschaffen, wie es in der Vergangenheit der Fall war.
Haustiere werden als Familienmitglieder angesehen und als Individuen geschätzt. Ihre Menschen fühlen sich mit ihnen verbunden und sowohl für ihr physisches Wohlbefinden als auch für ihr emotionales Glück verantwortlich, fast so, als wären sie Menschenkinder.
Das Auftreten von Verhaltensproblemen eines Tieres kann gravierende Konflikte verursachen, die den positiven Beitrag dieses Tieres zum Familienleben überwiegen.

Hunde beginnen unkontrollierbar zu bellen, auszuscheiden, das Wohnungsinventar zu zerstören, wenn sie alleine Zuhause gelassen werden. Sie beginnen zu beissen und erweisen sich als unverträglich mit ihren Artgenossen sowie anderen Tierarten. Auch Hunde mit Phobien und Ängsten, mit ausgeprägtem Jagdinstinkt oder streunende Hunde machen ihren Besitzer emotionalen Stress oder sogar rechtliche Probleme.

Bei Pferden finden sich neben den verbreiteten Stereotypien wie Koppen und Weben auch andere problematische bis gefährliche Verhaltensweisen wie Scheuen, Durchgehen, Steigen, Schlagen, sich nicht verladen lassen, sich nicht satteln lassen, Aggressionen gegen Mensch und Tier u.s.w.

An dieser schwierigen Stelle einer Beziehung zu seinem Haustier kann es sinnvoll sein, sich an einen Tierpsychologen zu wenden. Der Tierpsychologe, auch Tierverhaltensberater oder Tierverhaltenstherapeut genannt, ist kein Guru und auch kein Tierflüsterer, der Tiere verzaubern kann. Es ist eine Person, die sich intensiv mit der Tierverhaltenskunde und den Lernfähigkeiten des jeweiligen Tieres auseinandergesetzt hat. Ihr Ziel ist es, ihren Kunden das nötige Fachwissen von verhaltensbiologischen Themen zu vermitteln, dass der Kunde SELBER wieder artgerecht mit seinem Tier umgehen kann und so Probleme bewältigen und vermeiden kann.